Monatsrückblick Juni 2026: Noch einmal vor einem neuen Kapitel

Der Juni war ein Monat zwischen Rückblick und neuen Perspektiven. Auf der einen Seite fand mein 40-jähriges Abiturtreffen statt. Vierzig Jahre nach dem Ende einer Zeit, die das erste Drittel meines Lebens geprägt hat. Auf der anderen Seite stehe ich beruflich möglicherweise noch einmal vor einem neuen Anfang.

Während andere über Altersteilzeit, Pensionierung und das allmähliche Ende ihres Berufslebens sprechen, überlege ich, einen neuen Abschnitt zu beginnen. Das ist ein merkwürdiger Kontrast. Und vermutlich genau das Thema, das mich in diesem Monat am meisten beschäftigt hat.

Gebe ich meine Selbstständigkeit auf?

Die Coachings haben auch im Juni stattgefunden. Sie ziehen sich seit Jahren wie ein roter Faden durch meine Arbeit. Allerdings könnte es ein Faden sein, dessen Ende langsam absehbar wird. Zumindest in der Form, in der ich diese Arbeit bisher gemacht habe.

Ich überlege, einen Teil meiner Selbstständigkeit gegen mehr Sicherheit einzutauschen und in eine Teilzeitfestanstellung zu gehen. Ist das ein Aufgeben? Oder eher eine Verschiebung meiner Prioritäten? Das kann ich gerade noch nicht genau beschreiben. So tausche ich ein Stück meiner Freiheit gegen Sicherheit ein und bleibe dennoch in dem Arbeitsfeld, das ich so gerne mag. Vor allem der Rahmen verändert sich.

Ist das womöglich ein Scheitern? Nicht wirklich. Meine Selbstständigkeit hat funktioniert. Ich habe mir meine Arbeit aufgebaut, Erfahrungen gesammelt, viel gelernt und meinen eigenen Weg gefunden. Ich habe die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie, wann und mit wem ich arbeite. Das ist viel wert.

Gleichzeitig bedeutet Selbstständigkeit auch Unsicherheit. Sie verlangt ständige Eigenverantwortung, wirtschaftliche Wachsamkeit und die Bereitschaft, immer wieder neue Aufträge zu finden. Eine Teilzeitfestanstellung würde mir mehr finanzielle und soziale Sicherheit geben.

Es geht also nicht darum, meine Selbstständigkeit vollständig hinter mir zu lassen. Es geht vielmehr darum, sie neu zu ordnen und anders zu gewichten.Trotzdem fühlt es sich nach einem großen Schritt an.

Ich kenne dieses Gefühl kurz vor dem Absprung. Einiges ist bereits in die Wege geleitet. Die Entscheidung ist also nicht mehr nur ein Gedanke. Und trotzdem tauchen immer wieder Zweifel auf.

Ist das richtig? Werde ich die Freiheit vermissen? Tausche ich etwas Wertvolles gegen eine Sicherheit ein, die sich später vielleicht gar nicht so sicher anfühlt? Eine endgültige Antwort habe ich darauf nicht.

Zum Glück hat mir das Leben inzwischen gezeigt, dass viele Entscheidungen revidierbar sind. Auch größere Entscheidungen müssen nicht für immer gelten. Wenn sich etwas in der Realität grundlegend falsch anfühlt, darf man neu entscheiden.

Das nimmt dem Schritt nicht seine Bedeutung. Aber es nimmt ihm etwas von seiner Endgültigkeit.

Also nur Mut, kleiner Vogel. Finden wir heraus, wie es wird.

40 Jahre Abitur und viele Fremde mit gemeinsamer Vergangenheit

Passend zu diesen Gedanken fand im Juni mein 40-jähriges Abiturtreffen statt. Vierzig Jahre sind eine lange Zeit. Die Schulzeit war prägend für das erste Drittel meines bisherigen Lebens. Inzwischen sind zwei weitere Drittel dazugekommen.

Und dann steht man plötzlich Menschen gegenüber, die einem eigentlich fremd geworden sind und mit denen man trotzdem irgendeine Verbindung hat. Wir haben einmal viele Jahre unseres Lebens miteinander verbracht. Wir haben dieselben Flure, Klassenräume und Lehrkräfte erlebt. Trotzdem wissen wir heute nur wenig voneinander.

Ich hatte große Bedenken, zu diesem Treffen zu gehen, denn da gab es nicht so viel, um in Nostalgie zu schwelgen. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich dort war. Es war wirklich nett. Vor allem habe ich viele gute Menschen neu kennengelernt, die ich von damals überhaupt nicht besonders auf dem Schirm hatte. Das hat mich überrascht und sehr gefreut. Es ging nicht um alte Vertrautheit, sondern um viele spannende Biografien, überraschende Lebenswege und spannenderweise auch eine ganze Menge Ehrlichkeit. Es war die Möglichkeit, Menschen noch einmal neu zu begegnen.

Natürlich wurde auch über das Älterwerden gesprochen. Über Pensionierung, Altersteilzeit und die Frage, wie lange man noch arbeiten möchte. Und während wir darüber sprachen, wurde mir noch einmal bewusst, dass ich selbst möglicherweise nicht auf einen beruflichen Abschluss zusteuere, sondern vor einem neuen Kapitel stehe.

Man kann offenbar gleichzeitig auf vierzig vergangene Jahre zurückschauen und sich fragen, was als Nächstes beginnt.

Wie will ich künftig bloggen?

Auch mein Blog beschäftigt mich gerade mehr als sonst. Durch The Content Society habe ich in den vergangenen Jahren sehr viel über das Bloggen gelernt. Ich habe Strukturen kennengelernt, regelmäßig geschrieben und zunehmend verstanden, welche Themen zu mir passen und wie ich schreiben möchte.

Gerade habe ich das Gefühl, mich in meiner Bloggerei einigermaßen zurechtgefunden zu haben und schon verändert sich das Spielfeld wieder. Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Erstellung von Texten, sondern auch die Art, wie Menschen nach Informationen suchen. Neben SEO ist inzwischen immer häufiger von GEO die Rede.

GEO steht für „Generative Engine Optimization“. Gemeint ist die Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Suchsysteme. Texte sollen also nicht mehr nur über klassische Suchmaschinen gefunden werden, sondern möglichst auch in den Antworten von KI-Systemen auftauchen oder als Quelle verwendet werden. 

Das klingt zunächst nachvollziehbar. Gleichzeitig entsteht dadurch schon wieder ein neuer Anpassungsdruck. Muss ich meine Blogartikel künftig anders aufbauen? Muss ich mich neu positionieren? Muss ich noch strategischer schreiben, damit meine Inhalte auch von KI-Systemen berücksichtigt werden?

Vor allem stellt sich für mich eine grundsätzlichere Frage: Wie wichtig ist mir das überhaupt?

Mein Blog ist mir wichtig. Ich schreibe gerne. Ich kann dort meine Gedanken entwickeln, Erfahrungen teilen und meine Arbeit sichtbar machen. Aber ich bin nicht vollständig davon abhängig, mit jedem Artikel möglichst viel Reichweite zu erzielen. Ich muss nicht jede technische Entwicklung sofort mitmachen. Ich darf auch meinen eigenen Stiefel weiterschreiben.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, wie sich das Bloggen verändert. Die entscheidende Frage ist, welchen Stellenwert es künftig in meinem Leben und in meiner Arbeit haben soll. Wie viel Zeit möchte ich investieren? Wie viel Anpassung ist sinnvoll? Und an welcher Stelle wird aus sinnvoller Weiterentwicklung ein Druck, dem ich gar nicht nachgeben möchte?

Um diese Fragen und auch meine berufliche Neuorientierung zu sortieren, nehme ich selbst ein Coaching in Anspruch.

Meine Coachin wird eine liebe Kollegin aus The Content Society. Ich freue mich sehr darauf. Es fühlt sich gut an, einmal Geld in mich selbst und in meine eigene Klärung zu investieren.

Schließlich weiß ich aus meiner Arbeit, wie hilfreich es sein kann, die eigenen Gedanken nicht immer nur allein im Kopf hin und her zu bewegen.

Was sonst noch im Juni los war

Neben den großen Fragen gab es natürlich auch noch einen ganz normalen Juni.

Ich habe an einem zweitägigen Seminar zum Thema Priming teilgenommen. Dabei ging es darum, wie Räume und Rahmenbedingungen die Arbeit im Coaching beeinflussen. Mit „Raum“ ist dabei nicht nur der tatsächliche Raum gemeint. Auch Atmosphäre, Sprache, Vorbereitung und äußere Umstände wirken sich darauf aus, wie gut sich Klientinnen und Klienten auf einen Prozess einlassen können.

Es gibt erstaunlich viele kleine Dinge, die man bewusst gestalten und optimieren kann. Das war fachlich sehr interessant und wird sicher in meine Arbeit einfließen.

Mitte Juni war außerdem der Konvent des Deutschen Fachverbands für Coaching in Minden. Es gab viele Vorträge und viele Inhalte. Zehn Vorträge an einem Tag sind allerdings eine ziemliche Frontalbeschallung. Irgendwann treten zwangsläufig Ermüdungserscheinungen auf, ganz unabhängig von der Qualität der einzelnen Beiträge.

Trotzdem war es schön, einmal herauszukommen. Und Minden hat sich als absolut liebenswerte kleine Stadt erwiesen.

Erst Regen, dann 38 Grad

Auch das Wetter hat in diesem Monat ganze Arbeit geleistet. Mein 12 von 12 ist im Juni beinahe ins Wasser gefallen. An diesem Tag hat es so stark geregnet, dass an schöne Monatsimpressionen kaum zu denken war. Nur kurze Zeit später kam das andere Extrem. Seit einer Woche stöhnen wir unter Temperaturen von bis zu 38 Grad. Ich habe dabei noch einmal festgestellt, dass ich mit lähmender Hitze nicht besonders gut klarkomme.

Mir ist das zu warm, zu viel und vor allem zu dauerhaft.

Auch Trudi merkt man die Hitze an. Unsere Runden sind kürzer geworden. Wir gehen sehr früh am Morgen und erst wieder spät am Abend. Der Nachtschlaf ist trotzdem unruhig, obwohl längst die dünnste Decke auf dem Bett liegt.

Ich bin inzwischen nahezu vollständig von Ventilatoren umgeben und habe gleichzeitig ständig die Befürchtung, mir dadurch eine Augenentzündung einzufangen. Und ich bewundere Menschen, die bei 38 Grad noch in Jeans vor die Tür gehen. Ich weiß nicht, wie sie das machen.

Der Juni endet ohne fertige Antwort

Dieser Monat endet für mich nicht mit einer klaren Lösung. Ich weiß noch nicht genau, wie sich meine berufliche Situation entwickeln wird. Ich weiß auch noch nicht, welchen Stellenwert das Bloggen künftig haben soll und wie stark ich mich an die Veränderungen durch KI und neue Suchsysteme anpassen möchte.

Aber einiges ist in Bewegung geraten. Vielleicht ist das im Moment wichtiger als eine fertige Antwort.

Während andere über den Rückzug aus dem Berufsleben sprechen, stehe ich noch einmal vor einem Anfang. Mit mehr Erfahrung als früher, aber nicht unbedingt mit weniger Aufregung.

Ich bin gespannt, was ich im nächsten Monatsrückblick berichten werde.

 Im Juni gebloggt

  • Blogparade: Davon bitte weniger – 5 Dinge, die mein Leben nicht mehr braucht
    Auch meine eigene Blogparade beschäftigt sich mit der Frage, was bleiben darf und was neu gewichtet werden muss. Unter dem Titel „Davon bitte weniger: 5 Dinge, die mein Leben nicht mehr braucht“ lade ich dich ein, genauer hinzuschauen: Was nimmt in deinem Leben zu viel Raum ein? Welche Gewohnheiten, Erwartungen, Verpflichtungen oder Rollen passen nicht mehr zu dir? Und was könnte entstehen, wenn davon tatsächlich weniger da wäre? Du musst dafür nicht dein gesamtes Leben umkrempeln. Es geht nicht um radikale Entrümpelung und auch nicht darum, am Ende fünf perfekte Lösungen zu präsentieren. Es geht darum, ehrlich hinzuschauen und fünf Dinge zu benennen, die nicht mehr so viel Platz bekommen sollen. Schreib deinen eigenen Blogartikel und beteilige dich an meiner Blogparade. Sie läuft noch bis zum 2. August 2026.
    Ich bin gespannt, wovon es in deinem Leben künftig weniger geben darf.

 

 

 

Vorschau auf den Juli

Im Juli geht es weiter mit neuen Terminen, offenen Fragen und wahrscheinlich wieder ein paar Themen, die jetzt noch gar nicht auf dem Zettel stehen.

Was schon absehbar ist:

  • Eine Hospitation
  • Eine Entscheidung

Mein kleines Buch „Einfacher wird es nicht (aber vielleicht schöner)“ ist ein Herzensprojekt – voller humorvoller Gedanken und mit ganz vielen Vierhaaren, die mit ihren Impulsen zur Leichtigkeit im Alltag anregen. Wenn Du neugierig bist, wie die kleinen Dinge manchmal große Veränderungen bringen, schau gerne rein! Hier ist die Geschichte hinter dem Buch.

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