Wenn ich auf 2025 zurückschaue, sehe ich kein einzelnes Thema, sondern viele Linien, die parallel gelaufen sind. Arbeit, die dichter wurde. Private Dinge, die Aufmerksamkeit verlangt haben. Entscheidungen, die nicht geplant waren, aber getroffen werden mussten.

Beruflich hat sich viel bewegt. Mehr Anfragen, mehr Verantwortung, neue Formate, mehr Tiefe in der Arbeit. Gleichzeitig lief das Leben weiter, mit allem, was dazugehört: Abschieden, neuen Anfängen, Begegnungen, Unterbrechungen. Nichts davon ließ sich sauber voneinander trennen. Und genau das hat dieses Jahr geprägt.

Ich habe viel gearbeitet, konzentriert und mit Freude. Und ich habe gemerkt, wie leicht man dabei in einen Modus rutscht, in dem alles andere mitläuft, aber keinen eigenen Platz mehr bekommt. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es funktioniert. Weil man denkt, man kommt damit durch.

2025 war deshalb kein Jahr der großen Schnitte, sondern eines der Verdichtung. Dinge haben sich verschoben. Manche kaum sichtbar, andere sehr deutlich. Und rückblickend ging es weniger um Ergebnisse als um die Frage, was auf Dauer funktioniert und was nicht.

Rückblick auf meine eigenen 2025-Ziele

Was habe ich mir Ende 2024 für 2025 vorgenommen? Und wie ist es gelaufen?

  • Ziel 1: Ganz oft ans Meer fahren
    Da besteht deutlich Luft nach oben. Die Auszeiten sind leider ein wenig zu kurz gekommen.
  • Ziel 2: Schwerpunkt auf Vorort-Veranstaltungen legen
    Das hat gut geklappt, die Zentangle-Workshops sind gut angekommen, das führe ich 2026 weiter fort.
  • Ziel 3: Weiter bloggen und sichtbarer werden
    Die Zugriffszahlen auf meine Webseite sind kontinuierlich gestiegen und es hat jede Woche mindestens einen neuen Blogartikel gegeben.
  • Ziel 4: Die Leichtigkeit nicht verlieren
    Es ist gut, wenn ich mich daran immer wieder erinnere.
  • Ziel 5: Noch mehr coachen.
    Jupp, genau so umgesetzt und es macht mich sehr froh.

Vier Themen, die mich dieses Jahr sehr beschäftigt haben

1. Verdichtung der Arbeit

(oder: Wenn es läuft, läuft es. Und zwar überall gleichzeitig.)

2025 war kein Jahr, in dem ich mich gefragt habe, was ich arbeiten könnte. Die Arbeit war da. Verlässlich. Hartnäckig. Und gerne auch parallel.

Ich habe im Vergleich zum Vorjahr meine Coachingstunden verdoppelt. Das klingt nach Wachstum, fühlt sich im Alltag aber eher nach Kalender-Tetris an. Viele Termine, wenig Leerlauf, kurze Übergänge. Der Modus war oft: weitermachen, nächster Termin, weiterdenken.

In den AVGS-Coachings zeigte sich sehr deutlich ein Thema, das mich das ganze Jahr begleitet hat: die Vermittelbarkeit von Menschen über 50. Und nein, es ging dabei erstaunlich selten um Lebensläufe. Es ging um innere Kündigungen, bevor überhaupt jemand abgesagt hatte. Altersdiskriminierung war kein abstrakter Begriff, sondern etwas, das viele längst verinnerlicht hatten. Diese Arbeit war zäh, intensiv und notwendig. Und sie hat mir einmal mehr gezeigt, dass Coaching oft dort beginnt, wo gesellschaftliche Narrative still und leise wirken.

Parallel lief über ein halbes Jahr das Teamcoaching im Altenheim. Ein Auftrag mit vielen Ambivalenzen, begrenztem Handlungsspielraum und einem System, das dauerhaft unter Druck steht. Ich habe moderiert, sortiert, Struktur angeboten. Und ich habe sehr klar gemerkt, wo meine Verantwortung endet. Nicht alles lässt sich lösen. Nicht alles lässt sich retten. Auch das gehört zur Arbeit.

Im Juni kam dann ein neues Format dazu: ein dreistündiger Workshop zur kollegialen Fallbesprechung. Für mich ein kleiner Sprung aus der Komfortzone. Nicht, weil ich das Format nicht kannte, sondern weil ich es tragen musste. Spoiler: Es ging gut. Ich kann das. Und ich mache es gern.

Über das Jahr verteilt habe ich außerdem fünf selbst entwickelte Workshops für Grundschullehrerinnen gegeben. Praxisnah, dicht, ohne pädagogischen Zuckerguss. Ein fester Bestandteil war wieder das Zentangeln. Jedes Mal erstaunlich, wie schnell Menschen vom „Ich kann nicht zeichnen“ zum konzentrierten Arbeiten wechseln. Und wie viel Verbindung entsteht, wenn am Ende aus vielen kleinen Teilen ein gemeinsames Bild wird.

Begleitet wurde all das von Fortbildungen, die nicht als Hobby liefen, sondern direkt in die Arbeit eingezahlt haben: Positive Psychologie, Hypnose mit Schwerpunkt Onkologie und ADHS, Zürcher Ressourcen-Modell, LEGO® Serious Play®, Flipchart-Zeichnen. Lernen war 2025 kein Extra. Es war Teil des Jobs.

Unterm Strich war 2025 ein Jahr mit hoher Taktung. Die Arbeit wurde dichter, komplexer, verbindlicher. Das hatte viele gute Seiten. Und es hat mir ziemlich zuverlässig gezeigt, dass „es läuft“ kein Freifahrtschein ist.

Lego®Konstruktion, entstanden bei einer Sitzung mit Lego® Serious Play®

2. Sichtbarkeit mit Substanz

(oder: Es ist mehr geworden, ohne dass ich es lauter gemacht habe.)

2025 habe ich an meiner Sichtbarkeit nichts strategisch hochgezogen. Keine neuen Kanäle, keine Content-Offensive, keine Experimente auf Verdacht. Ich habe geschrieben, erklärt, eingeordnet und Dinge ausgearbeitet, die mir fachlich wichtig waren. Offenbar hat das gereicht.

Der meistgesuchte Artikel auf meiner Website war der zum Yager-Code. Ein Text, der erklärt, wie die Methode arbeitet, was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen. Ohne Heilversprechen. Ohne Dramatisierung. Dass ausgerechnet dieser Artikel so häufig gefunden wurde, passt gut zu dem, was mir im Coaching immer wieder begegnet: Menschen wollen verstehen, was sie tun, nicht nur hören, dass etwas wirkt.

Im Juli lag die Website erstmals bei über 1.000 Aufrufen in einem Monat. Parallel dazu ist auch der Newsletter weiter gewachsen. Nicht sprunghaft, sondern kontinuierlich. Menschen melden sich an, lesen mit und bleiben. Das ist für mich die relevanteste Form von Reichweite.

Im November erschien mein Artikel in der Health Style. Die Anfrage kam im Sommer, der Text konnte sich entwickeln. Ich habe ihn mit eigenen Vierhaar®-Illustrationen versehen. Ein Printmedium ist kein Ritterschlag, aber es zeigt, dass Inhalte und Bildsprache auch außerhalb des eigenen Blogs funktionieren.

Im August wurden die Vierhaar® offiziell als Marke eingetragen. Registernummer 30 2025 229 419. Ein emotionaler Akt und ein ein logischer Schritt. Die Figuren sind Teil meiner Arbeit geworden und verdienen diesen Rahmen.

Dazu kamen 2025 erstmals gezielte Anfragen nach Hypnose über die Webseite. Menschen, die nicht Coaching wollten und dann vielleicht auch Hypnose, sondern genau das. Für mich ein Hinweis darauf, dass Aufklärung wirkt und dass die Methode weniger erklärungsbedürftig wird, wenn man sie nüchtern darstellt.

Und dann waren da im Dezember fünf Jahre Klarplatz. Kein Jubiläumsprogramm, keine Rückschau mit Schleife. Fünf Jahre Praxis bedeuten: kontinuierliche Arbeit, Anpassung, Durchhalten. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

3. Erweiterung der Arbeitsformate

(oder: Nicht eine Gruppe. Mehrere. Und ein System.)

2025 war das Jahr, in dem sich meine Arbeit deutlich aus dem klassischen Eins-zu-eins-Setting heraus bewegt hat. Nicht als strategischer Schritt, sondern weil sich Formate ergeben haben, die genau das erfordert haben.

Ein zentraler Bestandteil war ein Langzeit-Gruppencoaching innerhalb einer Institution, verteilt auf mehrere Gruppen. Das bedeutet etwas anderes, als mit einer festen Gruppe zu arbeiten. Man bewegt sich in einem System, in dem Dynamiken sich wiederholen, aber nie identisch sind. Man muss schneller erfassen, klarer strukturieren und gleichzeitig akzeptieren, dass jede Gruppe ihre eigene Logik mitbringt.

Für mich war das fachlich bedeutsam, weil ich in diesem Rahmen gemerkt habe, dass ich Gruppen nicht nur moderieren, sondern tragen kann. Der alte Satz „Ich kann nicht vor Gruppen sprechen“ hat in diesem Setting an Substanz verloren. Er taucht gelegentlich noch auf, wird aber zuverlässig von Erfahrung relativiert. Nicht durch Mut, sondern durch Praxis.

Dazu kamen weitere Gruppenformate: fünf selbst entwickelte Workshops für Grundschullehrerinnen sowie ein dreistündiger Workshop zur kollegialen Fallbesprechung in einem Altenheim. Unterschiedliche Kontexte, unterschiedliche Anforderungen, aber dieselbe Erkenntnis: Gruppenarbeit ist kein Ausnahmefall mehr, sondern Teil meines Arbeitsalltags.

Auch im Teamcoaching ging es weniger um einzelne Interventionen als um das Arbeiten in Strukturen, die unter Dauerbelastung stehen. Prozesse zu halten, ohne sie retten zu wollen. Klärung zu ermöglichen, ohne falsche Versprechen zu machen. Das ist weniger spektakulär, aber ehrlicher.

Methodisch habe ich 2025 verstärkt mit Formaten gearbeitet, die Gruppen Orientierung geben, ohne sie zu überfrachten: Zentangeln, LEGO® Serious Play®, klar strukturierte Austauschsettings. Keine Spielerei, sondern Werkzeuge, die funktionieren.

Rückblickend hat sich meine Arbeit 2025 nicht nur ausgeweitet, sondern verschoben. Weg von der Vorstellung, Gruppen seien ein Sonderfall. Hin zu der Erkenntnis, dass ich auch in komplexeren Gruppenkontexten sicher arbeite.

4. Lernen als Arbeitsprinzip

(oder: Fortbildung ist kein Hobby.)

2025 war kein Jahr, in dem ich „auch noch“ Fortbildungen gemacht habe. Lernen lief nicht nebenher, sondern mitten durch den Arbeitsalltag. Nicht aus Sammeltrieb, sondern weil es fachlich notwendig war.

Ein Schwerpunkt war die Positive Psychologie. Im Februar als Präsenzseminar, im Dezember noch einmal vertieft über eine mehrwöchige Zertifizierung. Was mich daran überzeugt hat, ist nicht der Optimismus-Anteil, sondern der Perspektivwechsel. Weg von der Frage, was fehlt, hin zu dem, was vorhanden ist und genutzt werden kann. Gerade im Coachingalltag ist das ein brauchbares Gegengewicht zu einer sehr gut eingeübten Defizitlogik.

Dazu kamen mehrere Hypnose-Fortbildungen, unter anderem mit den Schwerpunkten Onkologie und ADHS. Beides keine Wohlfühlthemen, sondern Bereiche, in denen Klarheit, Struktur und sauberes Arbeiten entscheidend sind. Diese Vertiefungen haben meine Arbeit sicherer gemacht, nicht spektakulärer.

Mit LEGO® Serious Play® habe ich mir ein weiteres strukturiertes Gruppenformat erschlossen, das Denkprozesse sichtbar macht, ohne sie zu zerreden. Ergänzt wurde das durch das Zürcher Ressourcen-Modell und einen Flipchart-Kurs, der weniger mit „schön zeichnen“ zu tun hatte als mit Verständlichkeit. Inhalte so aufzubereiten, dass sie hängen bleiben, ist kein Beiwerk, sondern Teil der Arbeit.

Charakteristisch für 2025 war: Alles, was ich gelernt habe, ist direkt in die Praxis geflossen. Es gab keinen Abstand zwischen Weiterbildung und Anwendung. Wenn etwas nicht anschlussfähig war, hatte es keine Chance, sich zu halten.

Rückblickend war Lernen 2025 kein Zusatzprogramm und kein Selbstzweck. Es war Teil meines beruflichen Selbstverständnisses. Und genau so soll es bleiben.

Meine 5 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres

Das Jahr in Zahlen

Was 2025 sonst noch los war

Sonne an der Nordsee

Das Jahr hat stürmisch begonnen und oftmals haben sich die dunklen Wolken nur für Minuten für die Sonne geöffnet.

Creme auf Graubrot

Spundekäs, meine hessische Entdeckung des Jahres.

6 Kacheln mit Zentangle®-Mustern

Wenn zusammen Zentangle® gezeichnet werden, ist das immer besonders schön und entspannend.

Weißer Pudel

Im August musste die Pucki gehen, mehr als 1,5 Jahre nach ihrer Krebsdiagnose. Mit 15 Jahren und trotzdem viel zu früh.

Feuerwehrauto in Wohnstraße

Bei den Nachbarn hat der Zaun gebrannt, ein Feuerlöscher aus dem heimischen Bestand konnte Schlimmeres verhindern.

Claudia Stellmacher-Köthe im Büro mit braunem Pudel auf dem Schoß

Und dann kam die Trudi, Vermehrerhündin mit etlichen gesundheitlichen Baustellen. Und unglaublich lieb.

Schokopudding als Geschenk

Ich bin immer ganz gerührt, wenn ich von meinen KlientInnen eine Aufmerksamkeit bekomme. Die Info über den Schokopudding kam aus meinen Funfacts.

Schnee

Richtig geschneit hat es auch tatsächlich einmal.

Portrait Claudia Stellmacher-Köthe im Wind

So schaue ich nun auf 2026, neugierig, was da kommen wird.


Meine Ziele für 2026

  • Tempo besser steuern.
    Nicht alles, was geht, muss auch laufen.
  • Arbeit klarer begrenzen.
    Keine Coachings im Urlaub. Punkt.
  • Gruppenarbeit gezielt einsetzen.
    Nicht mehr ausprobieren, sondern auswählen.
  • Hypnose weiter stärken.
    Mehr Raum für das, was wirkt, weniger Erklärschleifen.
  • Lernen fortsetzen, aber fokussiert.
    Nicht breiter werden, sondern tiefer.
  • Sichtbarkeit halten, nicht steigern um jeden Preis.
    Dranbleiben reicht.
  • Pausen ernst nehmen, bevor der Körper es übernimmt.
    Früher reagieren, nicht später erklären.

Mein Motto für 2026

Nicht alles. Das Richtige.

Gezeichnete Figur mit vier Haaren fliegt lächelnd auf einer leuchtenden Silvesterrakete durch die Luft. Die Szene vermittelt Schwung, Aufbruch und freudige Entschlossenheit.

So, das Jahr nimmt einen regnerischen Ausklang, ich hoffe, dass das für einen klaren Kopf sorgt. Wenn du mal reden möchtest, oder deine Vorsätze mit Hypnose festigen möchtest, dann freue ich mich, von dir zu hören. Hab einen guten Start in 2026!

Deine Claudia

Claudia Stellmacher-Köthe, Coachin und Hypnose-Spezialistin

Mein kleines Buch „Einfacher wird es nicht (aber vielleicht schöner)“ ist ein Herzensprojekt – voller humorvoller Gedanken und mit ganz vielen Vierhaaren, die mit ihren Impulsen zur Leichtigkeit im Alltag anregen. Wenn Du neugierig bist, wie die kleinen Dinge manchmal große Veränderungen bringen, schau gerne rein! Hier ist die Geschichte hinter dem Buch.

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