
Monatsrückblick August 2026: Zwischen Strandkorb und Arbeitsvertrag
Der August neigt sich dem Ende zu. Und wenn ich ihn mit einem Wort überschreiben sollte, wäre es vermutlich: Übergang. Oder vielleicht auch: Urlaub. Arbeitsvertrag. Aufräumen. Aufregung. Qualle.
Letzteres erkläre ich später.
Urlaub und die Kunst, einfach mal nichts Sinnvolles zu tun

Der Monat begann für uns mit Urlaub. Und ich hatte selbstverständlich einen Plan.
Ich wollte ein bisschen lesen. Mich auf meine neue Arbeitsstelle vorbereiten. Vielleicht schon einmal ein paar Gedanken sortieren. Man kennt das: Selbst im Urlaub könnte man ja noch etwas Sinnvolles tun.
Habe ich aber nicht.
Stattdessen saß ich im Strandkorb und löste Silbenrätsel in der Zeitung. Und das war großartig. Ich hatte völlig vergessen, wie gern ich das früher gemacht habe. Vor allem mit meiner Mutter. Es war eines dieser kleinen Vergnügen, die irgendwann aus dem Leben verschwinden, ohne dass man überhaupt bemerkt, dass sie fehlen. Da saß ich also, rätselte vor mich hin und bereitete mich exakt gar nicht auf meine neue Arbeitsstelle vor.
Im Nachhinein war das vermutlich die bessere Vorbereitung.

Ich habe einen Arbeitsvertrag unterschrieben
Und dann kam er tatsächlich: mein Arbeitsvertrag. Ich habe unterschrieben. Das klingt zunächst nicht besonders spektakulär. Menschen unterschreiben schließlich ständig Arbeitsverträge. Für mich ist es allerdings ein ziemlich großer Schritt. Das letzte Mal war ich 1996 angestellt. Damals bei Oracle, als Vertriebs- und Consulting-Assistentin. Seitdem habe ich selbstständig gearbeitet.
Dreißig Jahre später sitze ich nun wieder vor einem Arbeitsvertrag.
25 Stunden in der Woche. Eine vollkommen überschaubare Teilzeitstelle. Befristet.
Mein Kopf macht daraus ungefähr Folgendes: Du hast soeben Dein gesamtes restliches Leben verkauft. Ich weiß, dass das Quatsch ist. Interessanterweise hilft dieses Wissen nur begrenzt.
Je näher der Start rückt, desto deutlicher merke ich, wie groß dieser Schritt für mich tatsächlich ist. Nicht wegen der 25 Stunden. Sondern weil sich nach so langer Selbstständigkeit etwas Grundsätzliches verändert. Da wird es plötzlich Arbeitszeiten geben. Kolleg*innen. Strukturen. Zuständigkeiten. Einen Rahmen, den nicht ich selbst gebaut habe.
Das ist ungewohnt. Und ich bin unglaublich aufgeregt. Gleichzeitig freue ich mich darauf. Ich hoffe sehr, dass vor mir ein spannendes Jahr liegt. Mit neuen Menschen, neuen Aufgaben, neuen Erfahrungen und wahrscheinlich auch einigen Momenten, in denen ich mich fragen werde, warum ich das eigentlich für eine gute Idee gehalten habe.
Das gehört vermutlich dazu.
Kurz vor dem Neustart wurde ich plötzlich sehr ordentlich
Eigentlich hätte ich im August noch ein bisschen für meinen bisherigen Bildungsträger coachen sollen. Meine Klientin hatte allerdings andere Pläne. Sie erschien konsequent nicht. Das ist für ein Coaching eher ungünstig, hatte für mich aber einen interessanten Nebeneffekt: Ich hatte plötzlich Zeit. Und offenbar entwickelte mein Gehirn angesichts des bevorstehenden Arbeitsbeginns die Überzeugung, ich müsse jetzt noch schnell sämtliche Dinge erledigen, für die ich in den vergangenen Jahren angeblich keine Zeit hatte.
Allen voran: die Ablage. Ich hasse Ablage.
Ich kann sehr lange an einem Stapel Papier vorbeigehen und so tun, als handele es sich um ein dekoratives Element. Aber diesmal: zack. Weg.
Ich habe Schubladen aufgeräumt. Den Kleiderschrank sortiert. Dinge erledigt, die erstaunlich geduldig darauf gewartet hatten, dass ich mich irgendwann einmal um sie kümmere. Natürlich ist die Vorstellung Unsinn, dass ich mit einer 25-Stunden-Stelle nie wieder eine Schublade aufräumen kann. Aber mein inneres System scheint gerade auf Vorbereitung einer längeren Expedition in unbekanntes Gebiet eingestellt zu sein.
Immerhin starte ich jetzt mit einer erfreulich leeren Liste.
Auch nicht schlecht.
Trudi und die Qualle

Kommen wir zu einem anderen Höhepunkt dieses Monats. Habt Ihr schon einmal einen Hund gerochen, der sich am Strand ausgiebig in einer Qualle gewälzt hat? Ich kann es nicht empfehlen.
Trudi hingegen schon. Sie fand die Angelegenheit offensichtlich hervorragend. Wir mussten anschließend mit offenen Autofenstern vom Strand zurückfahren, weil der Geruch im Wagen schlicht nicht auszuhalten war. Es gibt Momente im Zusammenleben mit einem Hund, in denen man sich fragt, wie zwei Spezies zu derart unterschiedlichen Bewertungen derselben Situation kommen können.
Trudi: bester Tag überhaupt.
Wir: Fenster auf. Sofort.
15 Jahre verheiratet
Im August hatten wir außerdem unseren 15. Hochzeitstag. Fünfzehn Jahre. Ich finde das erstaunlich. Nicht die Tatsache, dass wir noch verheiratet sind, sondern wie schnell diese Jahre vergangen sind. Und bei all dem, was sich gerade bei mir verändert, merke ich sehr deutlich, wie viel es bedeutet, einen Menschen an seiner Seite zu haben, der unterstützt, mitträgt und nicht nervös wird, nur weil ich gerade nervös werde.
Das ist nicht selbstverständlich.
Und es ist ziemlich schön.
Der Blick nach oben

Da ist sie, die Sonnenfinsternis in der Kamera Obskura, zumindest hoffe ich, dass sie es ist.
Auch am Himmel war im August einiges los. Die Sonnenfinsternis wollte ich natürlich sehen. Also habe ich mir eine kleine Lochkamera gebaut und tatsächlich geschafft, die teilweise verdeckte Sonne damit sichtbar zu machen. Ein ziemlich simples Prinzip und trotzdem beeindruckend.
Später kamen die Perseiden. Vier Sternschnuppen habe ich gesehen. Und ungefähr dreißig oder vierzig Satelliten. Das Verhältnis fand ich bemerkenswert. Da liegt man und wartet auf ein Naturereignis, das Menschen vermutlich seit Jahrtausenden beobachten, und währenddessen zieht ein künstlicher Lichtpunkt nach dem anderen durchs Bild.
Ich weiß, dass Satelliten nützlich sind. Navigation, Kommunikation, Wetterbeobachtung und vieles mehr hängen daran. Trotzdem hat mich dieser Anblick nachdenklich gemacht. Nicht einmal der Nachthimmel ist noch einfach nur Himmel. Dass ein erheblicher Teil dieser Infrastruktur inzwischen einzelnen sehr reichen Menschen und ihren Unternehmen gehört, macht den Gedanken für mich nicht unbedingt gemütlicher.
Und jetzt?
Jetzt ist der August vorbei. Mein Urlaub ist vorbei. Meine Ablage ist leer. Mein Kleiderschrank ist sortiert. Der Hund riecht wieder normal. Und mein Arbeitsvertrag ist unterschrieben.
Ich stehe also ziemlich genau an der Stelle, auf die ich in den vergangenen Monaten zugelaufen bin. Das Interessante ist: Die Entscheidung ist längst gefallen. Jetzt muss ich sie nicht mehr treffen. Jetzt darf ich herausfinden, wie es tatsächlich wird.
Ab davon hat der August noch einen süßen Abschluss gefunden, der Zwetschgenbaum meiner Schwiegermutter, der eigentlich seit Jahren abgeholzt werden sollte, hat alles gegeben, um sein irdisches Dasein zu verlängern und so konnte ich am Wochenende noch einen köstlichen Vorrat am Pflaumenmus uns Zwetschgenmarmelade anlegen.

Im August gebloggt
Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser
Kontrolle fühlt sich oft nach Verantwortung an. Blöd nur, wenn sie irgendwann mehr Energie kostet, als sie Sicherheit bringt. Ich habe darüber geschrieben, warum Vertrauen nicht bedeutet, alles einfach laufen zu lassen und warum die spannendere Frage manchmal lautet: Kontrolliere ich, weil es nötig ist oder weil ich Unsicherheit schlecht aushalte?
12von12 August 2026: Die Lönspark-Edition
Ein ganz normaler Augusttag in zwölf Bildern: Tomaten, Äpfel, Trudi, eine Runde durch den Lönspark, ein wiederentdecktes Armband und meine selbst gebaute Camera obscura für die Sonnenfinsternis. Mehr Alltag geht eigentlich kaum.
Inkompetenzkompensationskompetenz
Ein Wort wie ein Zungenbrecher und eine Fähigkeit, die ich ausgesprochen nützlich finde. Es geht darum, nicht alles wissen und können zu müssen, sondern vernünftig damit umgehen zu können, wenn die eigene Kompetenz gerade nicht reicht. Das ist etwas völlig anderes als selbstbewusstes Auftreten bei absoluter Ahnungslosigkeit.
Monatsrückblick Juli 2026: Ui, das war aufregend!
Im Juli fiel eine ziemlich große berufliche Entscheidung: Ich habe mich für die WBS entschieden. Dazu kamen Coaching, ein heftiges Unwetter, zwei Tage Tierärztliche Hochschule mit Trudi und erstaunlich viel freie Zeit. Rückblickend war der Monat gleichzeitig aufregend und erstaunlich entspannt.
Vorschau auf den September
Erstmal wieder alles auf Anfang. Arbeitsstart bei der WBS als Bildungsreferentin und der Rest wird sich dann schon ergeben.
Mein kleines Buch „Einfacher wird es nicht (aber vielleicht schöner)“ ist ein Herzensprojekt – voller humorvoller Gedanken und mit ganz vielen Vierhaaren, die mit ihren Impulsen zur Leichtigkeit im Alltag anregen. Wenn Du neugierig bist, wie die kleinen Dinge manchmal große Veränderungen bringen, schau gerne rein! Hier ist die Geschichte hinter dem Buch.






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