
Der September war pickepackevoll. Am 1. September habe ich bei der WBS TRAINING SE als Bildungsreferentin und Dozentin angefangen. Und obwohl ich die WBS vorher schon als Coachin kannte, ist „Ich arbeite für die“ offensichtlich doch etwas anderes als „Ich arbeite jetzt da“. Plötzlich hatte ich Kolleg*innen, interne Abläufe, Besprechungen, Schulungen und einen Arbeitsvertrag mit 25 Stunden pro Woche.
25 Stunden. Teilzeit. Klingt erst einmal überschaubar. Ist es gar nicht.
Erst einmal ankommen
Bevor ich tatsächlich unterrichten konnte, kam das, was bei einem neuen Job eben kommt. Einarbeitung, Datenschutz, Sicherheitsunterweisung, Systeme kennenlernen, Menschen kennenlernen und herausfinden, wer eigentlich für was zuständig ist. Und natürlich die Vorbereitung auf meinen ersten eigenen Unterrichtsblock. Zehn Tage „Berufsbilder der sozialen Arbeit“ für angehende Schulbegleiter*innen.
Ich hatte ziemlich großen Respekt davor. Coaching kenne ich. Seminare und Gruppen kenne ich auch. Aber sechs Stunden Unterricht am Stück über zehn Tage sind noch einmal eine andere Hausnummer. Also habe ich vorbereitet. Und vorbereitet. Und noch ein wenig vorbereitet.
Ich habe Tagespläne erstellt, Methoden ausgesucht, Arbeitsblätter gebaut und Flipcharts beschrieben. Letzteres übrigens nicht aus nostalgischer Verbundenheit zum guten alten Moderationshandwerk, sondern weil ich in meinem Unterrichtsraum kein Whiteboard habe.
Am 28. September ging es dann tatsächlich los. Fünf Teilnehmende saßen vor mir und waren gleich am ersten Tag an einigen Stellen deutlich schneller fertig, als ich das vorgesehen hatte. Frechheit. Also habe ich anschließend drei Stunden damit verbracht, den nächsten Tag noch einmal zu überarbeiten.

So viel zum Thema 25-Stunden-Woche.
Und nebenbei arbeite ich ja auch noch
Denn die WBS ist jetzt ein Teil meines beruflichen Lebens, aber nicht mein gesamtes berufliches Leben. Parallel liefen Coachings, sowohl für die WBS als auch in meiner eigenen Praxis. Klarplatz gibt es schließlich weiterhin, ebenso meine Arbeit als Coachin und Hypnotiseurin. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist im Moment noch etwas rumpelig. Vor allem habe ich unterschätzt, wie schnell 25 Stunden weg sind. Vermutlich auch deshalb, weil vieles noch neu ist und entsprechend länger dauert. Was irgendwann Routine sein wird, braucht gerade noch Denken, Nachschauen, Nachfragen und Vorbereitung.
Ich bin gespannt, wie sich das einruckelt. Im September hat es jedenfalls noch ordentlich geruckelt.
Mit dem Fahrrad durch Kirchrode
Und dann war da noch die Fahrradentdeckertour. Am 12. September wurde in Kirchrode geradelt, gelaufen und entdeckt, und Klarplatz war eine der Stationen. Ich mochte die Idee von Anfang an: Menschen ziehen durch den Stadtteil und schauen sich Orte an, an denen sie sonst vielleicht einfach vorbeifahren und mit jedem zurückgelegten Kilometer fließt Geld in einen Spendentopf. Besonders schön fand ich, dass viele dabei waren, die noch gar nicht lange in Kirchrode wohnen. Vor meiner Praxis wurde es jedenfalls zeitweise ziemlich voll.
Und am Ende kamen 1.500 Euro für das Hospiz Luise zusammen.

Trudi hatte auch noch einen Termin frei
Natürlich beschränkte sich der September nicht auf Arbeit. Trudi fand offenbar, dass in meinem Kalender durchaus noch Luft war, und sorgte dafür, dass sowohl die Tierarztpraxis als auch die Tierärztliche Hochschule wieder vorkamen. Nach den vergangenen Monaten hätte ich auf weitere tiermedizinische Expertise meinerseits problemlos verzichten können.
Trudi sah das anders.

Eine Spinne
Und irgendwann habe ich eine Spinne fotografiert. Das ist zunächst einmal keine Nachricht. Aber zwischen all den Fotos aus diesem Monat fällt sie mir auf. Da war offenbar ein Moment, in dem ich nicht auf einen Bildschirm, einen Stundenplan, eine To-do-Liste oder die Uhr geschaut habe, sondern auf eine Spinne in ihrem Netz. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.
Sie war da. Ich habe hingeguckt und ihr prächtiges Netz bestaunt.

Wo war eigentlich der lustige Teil?
Für meine Monatsrückblicke suche ich normalerweise auch nach diesen kleinen Momenten, die ein bisschen Leichtigkeit haben. Etwas Lustiges, Absurdes oder wenigstens ein bisschen Schräges. Ich habe überlegt. Da kommt nicht viel. Kein besonders bekloppter Dialog. Kein denkwürdiges Missgeschick. Keine Geschichte, bei der ich jetzt beim Schreiben schon wieder lachen muss.
Wenn ich mir dagegen die Fotos aus dem September anschaue, sieht der Monat erstaunlich entspannt aus. Blauer Himmel durchs große Fenster bei der WBS. Fahrräder und Menschen vor meiner Praxis. Trudi beim Tierarzt. Eine Spinne im Grünen. Und ich lächelnd in meinem Seminarraum.
Fotos sind manchmal kleine Lügner. Denn der September war kein schlechter Monat. Ganz und gar nicht. Vieles war neu. Vieles war gut. Manches hat sogar richtig Spaß gemacht. Aber der Monat war voll. Ich habe gearbeitet, vorbereitet, gecoacht, unterrichtet, organisiert und mich gekümmert. Und zwischendurch fand auch noch das normale Leben statt, das bekanntlich keinerlei Interesse an Arbeitszeitmodellen hat. Vielleicht war der September einfach so voll, dass selbst der Quatsch keinen freien Termin mehr bekommen hat.
Das finde ich im Nachhinein dann doch ein bisschen lustig.
Was ich im September gebloggt habe
Im September ging es auf dem Blog thematisch ziemlich querbeet. Von Scheiße über Coaching-Erfahrungen bis zu Fun Facts. Also eigentlich eine recht ordentliche Mischung.
The Power of Sch*** und Die Sch*** der anderen gehören zusammen. Im ersten Artikel geht es um die Dinge, die das Leben einem ungefragt vor die Füße kippt. Im zweiten um das, was andere Menschen dort abladen und was man trotzdem nicht automatisch zu seinem eigenen Problem machen sollte.
In 87 Dinge, die ich in 6 Jahren Coaching-Praxis gelernt habe habe ich gesammelt, was sechs Jahre Klarplatz bei mir hinterlassen haben. Beobachtungen, Erfahrungen, Überraschungen und ein paar Dinge, die ich heute anders sehe als am Anfang.
Mein 12von12 September 2026 | Die anachronistische Edition zeigt den September noch einmal anders: zwölf Bilder, ein Tag und ein paar ausgesprochen analoge Beschäftigungen.
Und bei 60 Fun Facts über Coaching, Hypnose und Veränderung ist der Name Programm. 60 kleine und größere Fakten rund um Gehirn, Verhalten, Coaching und Hypnose, darunter einiges, das ich selbst ziemlich bemerkenswert finde.
Von Sch*** bis Fun Facts. Kann man im September mal so machen.
Vorschau auf den Oktober
Mein erster Unterrichtsblock läuft noch bis zum 9. Oktober. Bis dahin werde ich vermutlich noch einige Arbeitsblätter überarbeiten, Zeitpläne korrigieren und feststellen, dass fünf Menschen für manche Gruppenarbeit eine ausgesprochen eigenwillige Anzahl sind. Danach sehen wir weiter.
Ich möchte meine Praxis weiterführen. Ich möchte bei der WBS gut ankommen. Ich möchte gute Coachings machen und guten Unterricht.
Und ich hätte gern zwischendurch auch mal wieder Zeit für gepflegten Unsinn.
Das erscheint mir für Oktober ein durchaus vernünftiges Vorhaben.
Mein kleines Buch „Einfacher wird es nicht (aber vielleicht schöner)“ ist ein Herzensprojekt – voller humorvoller Gedanken und mit ganz vielen Vierhaaren, die mit ihren Impulsen zur Leichtigkeit im Alltag anregen. Wenn Du neugierig bist, wie die kleinen Dinge manchmal große Veränderungen bringen, schau gerne rein! Hier ist die Geschichte hinter dem Buch.








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