Gezeichnete Vierhaar-Figur steht entspannt, lächelt und hält eine lilafarbene, leuchtende Kugel mit der Aufschrift „So“ in der Hand. Die Darstellung wirkt ruhig, klar und selbstbestimmt.

Mein Motto für 2026 lautet: Nicht alles. Das Richtige.

Das vorherige Jahr stand unter einem anderen Vorzeichen. 2025 hatte das Motto: „Da geht noch mehr.“
Dieser Satz war bewusst nach vorn gerichtet. Er zielte darauf, Möglichkeiten zu öffnen, Spielräume größer zu denken und innere Begrenzungen zu hinterfragen. Nicht im Sinne von höher, schneller, weiter, sondern im Sinne von: sich nicht vorschnell selbst beschneiden.

Diese Haltung hat Bewegung erzeugt. Mehr Ideen, mehr Anfragen, mehr Themen, mehr Optionen. Vieles davon sinnvoll, manches reizvoll, nicht alles gleich relevant. Mit der Öffnung kam zwangsläufig etwas hinzu, das sich nicht umgehen lässt: Auswahl.

An diesem Punkt verändert sich die Fragestellung.
Nicht mehr: Was wäre noch möglich?
Sondern: Was davon ist jetzt dran?

Hier reicht das Motto des Vorjahres nicht mehr aus. Nicht, weil es falsch wäre, sondern weil es seine Funktion erfüllt hat. Öffnung braucht eine zweite Bewegung. Sortierung. Entscheidung. Richtung.

Nicht alles bedeutet für mich, nicht mehr automatisch auf alles zu reagieren. Nicht jede Idee weiterzuführen, nur weil sie interessant ist. Nicht jede Anfrage anzunehmen, nur weil sie machbar wäre. Nicht alles parallel offenzuhalten. Das ist keine Abkehr von Entwicklung, sondern eine Konsequenz daraus.

Von außen wirkt das manchmal wie Zurückhaltung oder wie ein bewussteres Tempo. Tatsächlich geht es um eine Verschiebung des Fokus. Weg vom Möglichkeitsraum, hin zur Passung.

Das Richtige ist dabei kein fixer Maßstab. Es ergibt sich aus dem jeweiligen Kontext. Aus Zeit, Energie, Inhalt und Rahmenbedingungen. Aus dem, was sich sinnvoll einfügt, statt zusätzlichen Druck zu erzeugen. Was heute passt, kann sich verändern. Was für andere funktioniert, muss es für mich nicht tun. Diese Einschätzung lässt sich weder auslagern noch beschleunigen.

Damit ist das Motto auch eine klare Distanzierung vom verbreiteten Tempoideal. Schnelligkeit wird häufig mit Wirksamkeit verwechselt, Reaktion mit Handlung. Dabei klärt sich manches erst, wenn es nicht sofort entschieden wird. Und manches erledigt sich, wenn man ihm nicht unmittelbar folgt.

Ganz konkret heißt Nicht alles. Das Richtige.:

Nicht jede Anfrage ist automatisch eine Verpflichtung.
Nicht jede Einladung braucht eine Zusage.
Nicht jede Lücke muss gefüllt werden.
Und nicht jede Phase muss dicht sein.

Gleichzeitig bleibt Verantwortung bestehen. Entscheidungen werden nicht vermieden, sondern bewusster getroffen. Das Richtige ist nicht immer bequem. Manchmal ist es eine Grenze. Manchmal ein Gespräch. Manchmal das Dranbleiben an etwas, das Arbeit macht.

Wenn ich beide Mottos nebeneinanderlege, ergibt sich eine klare Entwicklung.
2025: Öffnung.
2026: Auswahl.

Nach dem Mehr kommt die Entscheidung.
Nach der Bewegung die Richtung.

Ich möchte kein Jahr, in dem möglichst viel passiert.
Sondern eines, in dem das, was passiert, passt.

Nicht alles. Das Richtige.