Fröhliches Vierhaar, das auf eine Kompass-Rose weist, ein Symbol für Orientierung.

„Soll ich meinen Lebenslauf mitbringen?“ Diese Frage höre ich fast jedes Mal, wenn jemand zum ersten Mal zu mir ins Jobcoaching kommt. Und meine Antwort sorgt regelmäßig für ein leichtes Stirnrunzeln: „Bring erst einmal gar nichts mit. Wir fangen einfach an.“
Ich verstehe die Verwirrung. Die meisten Menschen kommen mit einer klaren Erwartung: Lebenslauf überarbeiten, Bewerbung optimieren, schnell wieder in Arbeit kommen. Alles verständlich. Alles nachvollziehbar. Und trotzdem starte ich bewusst woanders, weil ich in den letzten Jahren immer wieder erlebt habe, dass genau dieser andere Einstieg den entscheidenden Unterschied macht.

Zuerst die Geschichte – nicht das Dokument

Bevor wir auch nur eine Zeile im Lebenslauf anfassen, schauen wir uns gemeinsam deine gesamte berufliche Biografie an. Und das bedeutet: wirklich von Anfang an. Manchmal sogar ab der Schulzeit. Was hat dich damals interessiert? Welche Hobbys haben dich begleitet? Was hast du dir vom Berufsleben erhofft und was ist daraus geworden?
Von dort aus gehen wir gemeinsam weiter: erste Ausbildungsschritte, berufliche Stationen, Veränderungen, Weichenstellungen und ja, auch Brüche und Umwege. Die gehören dazu. Oft sind es gerade diese Momente, die am meisten über einen Menschen verraten. Ein Jobwechsel, der sich damals falsch angefühlt hat. Eine Entscheidung, die im Nachhinein mehr Sinn ergibt als gedacht. Ein Umweg, der sich als echter Gewinn herausgestellt hat.

Auch das, was außerhalb des Jobs passiert ist, darf Platz haben. Familie, persönliche Veränderungen, Lebensphasen, die das Berufsleben geprägt haben. Denn ein Berufsleben entsteht nie im Vakuum,  es ist immer auch ein Stück Lebensgeschichte.

Was viele in dieser Phase erleben: Sie erkennen zum ersten Mal den roten Faden ihrer eigenen Geschichte. Und der war die ganze Zeit da,  er war nur noch nicht sichtbar.

Der Jobkompass: Orientierung statt Beliebigkeit

In dieser Phase arbeite ich mit einem Werkzeug, das ich den Jobkompass nenne.

Stell dir ihn vor wie eine Art Landkarte deiner beruflichen Persönlichkeit. Wir sammeln darin, was dir wirklich wichtig ist: Werte, Stärken, Themen, die dich wirklich interessieren, Rollen, in denen du aufblühst  und das Arbeitsumfeld, in dem du dich wohlfühlst und gute Arbeit leisten kannst.

Dabei kommen oft Fragen auf, die vorher noch nie jemand gestellt hat:

  • Welche Art von Zusammenarbeit liegt dir eigentlich?
  • Welche Aufgaben geben dir Energie und welche kosten sie nur?
  • Wo übernimmst du gern Verantwortung, und wo lieber nicht?
  • Was brauchst du, damit Arbeit sich für dich richtig anfühlt?

Diese Fragen klingen manchmal ungewohnt im Kontext einer Jobsuche. Aber sie sind entscheidend. Denn wer nicht weiß, was wirklich zu ihm passt, bewirbt sich schnell auf Stellen, die zwar auf dem Papier stimmen aber im Alltag nicht funktionieren.

Der Jobkompass macht diese Aspekte nicht nur sichtbar, er verbindet sie miteinander zu einem klaren Bild.

Was wirklich zu mir passt: das Ikigai

Ein weiterer Baustein ist die Arbeit mit dem Ikigai-Modell, einem Konzept aus Japan, das vier Fragen in den Mittelpunkt stellt:

Was kann ich gut? Was interessiert mich wirklich? Wo kann ich einen sinnvollen Beitrag leisten? Und was passt zu mir als Person,  zu meinen Werten, meiner Art zu arbeiten, meinem Leben?
Diese vier Fragen klingen einfach. Aber wenn wir sie gemeinsam durcharbeiten, passiert oft etwas Bemerkenswertes: Dinge, die vorher irgendwie nebeneinander standen, beginnen plötzlich zusammenzupassen. Stärken, die du vielleicht längst als selbstverständlich abgetan hast, werden auf einmal sichtbar. Und die eigene Berufsgeschichte ergibt auf einmal Sinn, auch die Teile, die sich lange wie Umwege angefühlt haben.

Viele Menschen erleben in diesem Moment echte Klarheit. Nicht als große Erleuchtung, sondern als ruhiges, solides Gefühl: Ja. Das bin ich. Das passt.

Und dann kommt der Lebenslauf

Wenn wir diese Grundlagen erarbeitet haben, setzen wir uns gemeinsam an den Lebenslauf. Aber dann ist es kein bloßes Auflisten von Tätigkeiten mehr. Es ist die Übersetzung einer echten Entwicklung in ein Dokument. Stärken werden sichtbar. Entscheidungen werden erklärbar. Der rote Faden, den wir gemeinsam herausgearbeitet haben, zieht sich durch und macht aus einem Dokument eine Geschichte, die überzeugt.

Was ich in diesem Moment immer wieder höre: „Jetzt verstehe ich meinen eigenen Lebenslauf viel besser.“ Das ist der Moment, auf den ich hinarbeite. Nicht der perfekt formatierte Lebenslauf,  sondern das Verständnis dahinter.

Orientierung zuerst, Bewerbung danach

Jobcoaching bedeutet für mich deshalb nicht: möglichst schnell eine Bewerbung rausschicken und hoffen, dass etwas hängen bleibt. Es bedeutet: Erst verstehen, wer du bist, was du kannst und wohin du wirklich willst. Dann, und das ist der entscheidende Unterschied, entsteht der Lebenslauf nicht am Anfang eines Prozesses, sondern am Ende einer Phase des echten Nachdenkens. Er ist dann nicht nur besser geschrieben. Er ist durchdacht. Er ist authentisch. Und er passt zu dir.

Und genau deshalb wirkt er überzeugender. Nicht, weil er schöner formatiert ist. Sondern, weil er stimmt.

Du merkst, dass du beruflich nicht mehr weißt, wo es hingeht? Dann lass uns gemeinsam schauen, was wirklich zu dir passt.
Ich freue mich auf dich.

Claudia Stellmacher-Köthe, Coachin und Hypnose-Spezialistin

„Einfacher wird es nicht (aber vielleicht schöner)“ ist ein Buch mit Gedanken aus dem echten Leben – pointiert, manchmal schräg, manchmal ernst. Und natürlich mit den Vierhaaren, die das alles aufs Wesentliche runterbrechen. Es geht um das, was uns beschäftigt, ohne dass wir immer drüber sprechen. Um Alltag, Zweifel und die Frage, wie man dem Leben mit ein bisschen mehr Klarheit begegnet.

Wenn dich interessiert, wie das Buch entstanden ist – ganz ohne Plan, aber mit viel Sturheit – dann kommt hier die Geschichte dahinter: Einfacher wird es nicht (aber vielleicht schöner): Wie mein Skript den Weg aus der Schublade fand – und nicht zurückdurfte

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Hier kurz und offiziell: Über Claudia Stellmacher-Köthe

Claudia Stellmacher-Köthe ist Diplom-Pädagogin, Coachin und Hypnose-Spezialistin. Sie betreibt seit 2020 die Praxis Klarplatz in Hannover. Ihr Schwerpunkt liegt auf sinnorientiertem Coaching, Hypnose und der Arbeit mit inneren Widerständen, strukturiert, zugewandt und ohne Heilsversprechen. In ihrem Blog schreibt sie über Coaching, Hypnose und das, was Menschen wirklich bewegt. 2024 erschien ihr Buch Einfacher wird es nicht (aber vielleicht schöner), mit kurzen Geschichten, alltagstauglichen Impulsen und ihren handgezeichneten Vierhaar®-Figuren.